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Aedes aegypti, die Gelbfiebermücke

Die Gelbfiebermücke oder Ägyptische Tigermücke (umgangssprachlich auch Dengue-Mücke genannt), Aedes aegypti syn. Stegomyia aegypti, ist vor allem in den Tropen und Subtropen, teilweise auch im Mittelmeerraum verbreitet. Sie kann Krankheiten wie Denguefieber, Zika oder Chikungunya übertragen.
Einst war sie in Südeuropa sehr häufig, verschwand jedoch in den 1950er Jahren. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Die Entwicklung kommunaler Abwassersysteme verringerte die Anzahl an Brutstätten und die Einsätze von DDT gegen Malariamücken töteten auch die Gelbfiebermücken. Heutzutage wird die Gelbfiebermücke in Europa nur sehr selten beobachtet.

Verbreitung von Aedes aegypti, der Gelbfiebermücke

Worldwide distribution of tiger and yellow fever mosquitoes Aedes albopictus, Aedes aegypti, and Aedes polynesiensis

Eine detaillierte Verbreitungskarte der Gelbfiebermücke in Europa (Stand Oktober 2016), erstellt von ECDC/VBORNET (European Centre for Desease Prevention and Control) ist im Schaubild auf der rechten Seite zu sehen. Die Karte zeigt die bekannte Verbreitung von Aedes albopictus in Europa auf regionalem Verwaltungs-Niveau (NUTS3). Die Karte wurde durch ECDC/VBORNET entwickelt und zur Verfügung gestellt und beruht ausschließlich auf bestätigten (publizierten und nicht publizierten) Daten, die von Experten aus den jeweiligen Ländern als Teil des VectorNet-Projekts stammen.

The map shows the current known distribution of Aedes aegypti in Europe at ‘regional’ administrative level, as of January 2019. Since the previous version (June 2018), two new reports were submitted and processed.  Suggested citation: European Centre for Disease Prevention and Control and European Food Safety Authority. Mosquito maps [internet]. Stockholm: ECDC; 2019. Available from: https://ecdc.europa.eu/en/disease-vectors/surveillance-and-disease-data/mosquito-maps
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Eine geschätzte Verbreitungskarte der Gelbfiebermücke in USA (Stand 2016), erstellt von CDC (Centre for Desease Prevention and Control) ist im Schaubild auf der rechten Seite zu sehen. Die Karten wurden durch verschiedene Quellen aktualisiert. Die Karten stellen die bestmögliche Schätzung des CDC zur potentiellen Verbreitung von Aedes aegypti and Aedes albopictus in den USA dar. Die Karten dienen nicht dazu Risiko-Abschätzungen der Krankheitsverbreitung darzustellen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des CDC >

Source: CDC, click on the image to get a PDF from CDC

Merkmale der Gelbfiebermücken

Die 3 – 4 mm große, dunkel gefärbte Gelbfiebermücke ähnelt der Asiatischen Tigermücke, ist jedoch an ihrer weißen Zeichnung (ähnlich einer Leier) am oberen Brustteil zu erkennen (bei älteren Stechmücken sind die Schuppen jedoch häufig nicht mehr vorhanden, was eine Identifikation erschwert, siehe Foto rechts) . Die Beine sind schwarz-weiß gestreift.

Unterscheidung zu der einheimischen Ringelmücke (Culiseta annulata), die auch an den Beinen geringelt ist: Die Ringelmücke trägt keine weiße Zeichnung am oberen Brustteil, sie ist meist größer als die Gelbfiebermücke, nicht schwarz-weiß, sondern eher in Beige- und Grautönen gezeichnet, ihre Flügel haben deutlichere Adern und jeweils drei dunkle Flecken.

Die Gelbfiebermücke, illustriert durch E.A. Goeldi (1905). Links die Männchen, rechts die Weibchen.

Verhalten der Gelbfiebermücke

Wie auch die Asiatische Tigermücke ist die Gelbfiebermücke tagaktiv und sehr aggressiv. Das Weibchen legt seine Eier in kleinen Wasseransammlungen (oder knapp über der Wasseroberfläche) ab. Wasserreste in Blumenvasen, Eimern, Regentonnen oder Pfützen und können als Brutstätten dienen. Trockenheit können die Eier sehr gut überstehen. Damit ist auch die Gelbfiebermücke bestens an die städtische Umwelt angepasst.

Der Lebenszyklus der Gelbfiebermücke

Die Lebenszyklen der Gelbfiebermücke und der Asiatischen Tigermücke gleichen sich. Die Eier werden meist knapp oberhalb kleiner Wasserflächen angelegt und sind trockenheitsresistent. Gelangen sie ins Wasser, schlüpfen die Larven. Sie atmen Luft durch einen Schnorchel am Ende ihres Körpers. Sie ernähren sich von mikroskopischen Wasserorganismen und Schwebestoffen. Aus dem vierten Larvenstadium schlüpft die Puppe, die durch zwei Hörnchen am Vorderkörper ebenfalls Luft atmet, aber keine Nahrung zu sich nimmt. Alle im Wasser lebenden Stadien sind aktive Schwimmer. Aus der Puppe schlüpft das erwachsene Tier. Wie alle Stechmücken decken sie ihren Energiebedarf mit Nektar und anderen süßen Pflanzensäften. Die Weibchen saugen Blut, das sie für die Bildung ihrer Eier benötigen.

Der Lebenszyklus von Asiatische Tigermücken und Gelbfiebermücken gleicht sich. Die Eier werden meist knapp oberhalb kleiner Wasserflächen angelegt und sind trockenheitsresistent.

Welche Krankheiten überträgt die Gelbfiebermücke?

Die Gelbfiebermücke ist nicht nur der Hauptüberträger von Gelbfieber, sondern auch von Denguefieber, Zika (Englisch) und Chikungunya (Englisch)

Aufnahme einer Gelbfiebermücke mit dem Rasterelektonenmikroskop. Mit freundlicher Genehmigung von eye of science – Fotostudio für wissenschaftliche Fotografie

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